🎯 Phase 1: IAM-Brücke bauen & Einkommen sichern
Diese Schulung führt dich Schritt für Schritt durch den Aufbau eines One Identity Manager Homelabs – von der Installation bis zum fertigen Demo-Szenario für dein Portfolio.
🎯 Was du erreichen wirst
Am Ende dieser Phase hast du ein funktionierendes One Identity Manager Homelab, ein dokumentiertes Demo-Szenario mit 50 fiktiven Benutzern und einen veröffentlichten Blogpost als Portfolio-Beweis.
Kein Arbeitgeber kann dir dann sagen, du hättest keine Praxiserfahrung – weil du sie nachweisbar hast.
📋 Voraussetzungen
Du hast bereits One Identity Akkreditierungen. Jetzt geht es darum, praktische Hands-on-Erfahrung nachweisbar zu machen.
Technisch: Windows-PC oder Laptop mit mindestens 16 GB RAM und 200 GB freiem Speicher. Internetverbindung für Downloads.
🗺️ Dein Lernpfad
Woche 1–2: Theorie & Downloads
IAM-Konzepte auffrischen, alle Software herunterladen, VirtualBox einrichten
Woche 3–4: Installation
Windows Server VM, SQL Server, One Identity Manager installieren und konfigurieren
Woche 5–6: Demo-Szenario aufbauen
50 fiktive User anlegen, Rollen definieren, Zugriffsanfragen konfigurieren
Woche 7–8: Compliance & Portfolio
Reports erstellen, Screenshots machen, Blogpost schreiben und veröffentlichen
💡 Warum dieses Homelab?
One Identity Manager ist ein Enterprise-Tool, das in großen Unternehmen eingesetzt wird. Die Herausforderung für Bewerber: Ohne Praxiserfahrung kein Job – ohne Job keine Praxiserfahrung. Das Homelab bricht diesen Kreislauf.
Mit einem dokumentierten Demo-Szenario kannst du in Vorstellungsgesprächen konkret zeigen, was du konfiguriert hast, welche Probleme du gelöst hast und wie das System funktioniert. Das ist wertvoller als jedes Zertifikat allein.
Portfolio-Strategie
Ein öffentlicher Blogpost auf Dev.to oder Medium mit Screenshots und Erklärungen ist dein bester Beweis. Recruiter und Hiring Manager können ihn googeln – das unterscheidet dich von 90% der Bewerber.
📦 Was du in dieser Schulung findest
| Kapitel | Inhalt | Dauer |
|---|---|---|
| Downloads & Lizenzen | Alle kostenlosen Tools, wo du sie findest | 1–2 Std. |
| VM-Umgebung | VirtualBox installieren, Windows Server VM erstellen | 2–3 Std. |
| SQL Server | Developer Edition installieren, Datenbank vorbereiten | 2–3 Std. |
| One Identity Manager | Schritt-für-Schritt Installation aller Komponenten | 4–6 Std. |
| 5 praktische Übungen | Benutzer, Rollen, Anfragen, Reports, AD-Anbindung | 20–30 Std. |
| Portfolio & Blogpost | Wie du alles dokumentierst und veröffentlichst | 3–5 Std. |
🔐 Was ist Identity & Access Management (IAM)?
Identity & Access Management (IAM) ist ein Framework aus Prozessen, Richtlinien und Technologien, das sicherstellt, dass die richtigen Personen zur richtigen Zeit auf die richtigen Ressourcen zugreifen können – und nur auf diese.
In modernen Unternehmen haben Mitarbeiter Zugriff auf Dutzende von Systemen: E-Mail, ERP, CRM, Cloud-Dienste, Dateiserver. IAM verwaltet diese Zugriffsrechte zentral und automatisiert.
| Begriff | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Identität | Digitale Repräsentation einer Person oder eines Systems | Benutzerkonto von Max Mustermann |
| Authentifizierung | Wer bist du? (Identität prüfen) | Passwort, MFA, Smartcard |
| Autorisierung | Was darfst du? (Rechte prüfen) | Darf Max auf SAP zugreifen? |
| Provisioning | Automatisches Anlegen/Ändern/Löschen von Zugängen | Neuer Mitarbeiter → AD-Konto wird automatisch erstellt |
| Governance | Überwachung und Steuerung von Zugriffsrechten | Wer hat Zugriff auf was? Ist das regelkonform? |
| Rezertifizierung | Regelmäßige Überprüfung ob Zugriffsrechte noch gültig sind | Jährliche Bestätigung durch Vorgesetzte |
| Rolle | Bündelung von Berechtigungen für eine Funktion | Rolle "Buchhalter" = Zugriff auf SAP FI + Reporting |
| SoD | Segregation of Duties – Aufgabentrennung | Wer Rechnungen erstellt, darf sie nicht genehmigen |
🏢 IGA vs. PAM vs. CIAM
IAM ist ein Oberbegriff. Im Markt gibt es drei Hauptbereiche:
IGA – Identity Governance & Administration
Verwaltung aller Benutzeridentitäten und deren Zugriffsrechte. Fokus: Compliance, Rezertifizierung, Rollenmodell. Das ist One Identity Manager.
PAM – Privileged Access Management
Verwaltung privilegierter Konten (Admins, Service-Accounts). Fokus: Sicherheit, Session-Recording, Just-in-Time Access. Produkt: One Identity Safeguard.
CIAM – Customer Identity & Access Management
Verwaltung von Kundenidentitäten (externe Nutzer). Fokus: Self-Service, Social Login, Datenschutz. Andere Produkte, nicht One Identity Manager.
🔄 Identity Lifecycle Management
Der Lebenszyklus einer Identität im Unternehmen folgt einem klaren Muster, das One Identity Manager vollständig automatisiert:
Joiner – Neuer Mitarbeiter
HR legt Mitarbeiter im HR-System an → One Identity Manager erkennt dies → AD-Konto, E-Mail, SAP-Zugang werden automatisch erstellt → Willkommens-E-Mail mit Zugangsdaten
Mover – Stellenwechsel
Mitarbeiter wechselt Abteilung → Alte Rechte werden entzogen → Neue Rechte werden zugewiesen → Alles automatisch, keine manuelle IT-Arbeit
Leaver – Mitarbeiter verlässt Unternehmen
HR meldet Austritt → Alle Zugänge werden sofort gesperrt → Konten werden nach Aufbewahrungsfrist gelöscht → Compliance-konform dokumentiert
🧠 Wissenstest: IAM Grundkonzepte
1. Was bedeutet "Provisioning" im IAM-Kontext?
2. Wofür steht die Abkürzung "SoD"?
3. One Identity Manager ist primär ein Werkzeug für welchen IAM-Bereich?
4. Was passiert beim "Mover"-Prozess?
🏛️ Die 3-Schichten-Architektur
One Identity Manager basiert auf einer klassischen 3-Tier-Architektur, erweitert um eine eigene Business-Logik-Schicht. Alle Daten werden zentral in einer SQL Server Datenbank gespeichert.
| Schicht | Komponente | Aufgabe |
|---|---|---|
| Datenschicht | SQL Server Datenbank | Speichert alle Identitäten, Rollen, Rechte, Prozesse und Konfiguration |
| Logikschicht | One Identity Manager Service | Führt Hintergrundprozesse aus: Provisioning, Synchronisation, Benachrichtigungen |
| Präsentationsschicht | Manager, Web Portal, API Server | Benutzeroberflächen für Admins und Endbenutzer |
🔧 Alle Komponenten im Überblick
🗄️ SQL Server Datenbank
Das Herzstück. Alle Daten, Konfigurationen und Prozesse werden hier gespeichert. Für das Homelab: SQL Server 2022 Developer Edition (kostenlos).
⚙️ One Identity Manager Service
Der "Motor" des Systems. Läuft als Windows-Dienst, verarbeitet alle Hintergrundaufgaben wie Provisioning und Synchronisation. Auch "Job Server" genannt.
🖥️ Manager (Admin-Client)
Die Windows-Desktop-Anwendung für Administratoren. Hier konfigurierst du alles: Rollen, Regeln, Workflows, Organisationsstruktur.
🎨 Designer
Entwicklungswerkzeug zum Anpassen des Datenmodells, Erstellen von Skripten und Konfigurieren von Prozessen. Für Fortgeschrittene.
🔄 Synchronization Editor
Verbindet One Identity Manager mit externen Systemen: Active Directory, SAP, Azure AD, HR-Systeme. Definiert, welche Daten synchronisiert werden.
🌐 Web Portal
Browser-basiertes Self-Service-Portal für Endbenutzer. Hier können Mitarbeiter Zugriffsanfragen stellen, Genehmigungen erteilen und ihre Daten verwalten.
🔌 Application Server
REST API Layer. Ermöglicht die Integration mit anderen Systemen und ist Voraussetzung für das Web Portal.
📊 Report Server
Erstellt Compliance-Reports, Zugriffsberichte und Auditprotokolle. Nutzt SQL Server Reporting Services (SSRS).
🏠 Homelab-Konfiguration: Was du installierst
Für das Demo-Szenario brauchst du nicht alle Komponenten. Diese Minimalinstallation reicht für das Portfolio:
Empfohlene Homelab-Konfiguration
Eine VM mit Windows Server 2022 + SQL Server 2022 Developer + One Identity Manager (Manager + Job Server + Web Portal). Das ist alles, was du für das Demo-Szenario brauchst.
| Komponente | Homelab | Warum |
|---|---|---|
| SQL Server 2022 Developer | ✅ Pflicht | Datenbank für alle Daten |
| One Identity Manager Service | ✅ Pflicht | Hintergrundprozesse |
| Manager (Admin-Client) | ✅ Pflicht | Konfiguration und Verwaltung |
| Web Portal | ✅ Empfohlen | Self-Service Demo für Portfolio |
| Application Server | ✅ Empfohlen | Voraussetzung für Web Portal |
| Synchronization Editor | ✅ Empfohlen | AD-Anbindung für Übung 5 |
| Designer | ⚡ Optional | Nur für Anpassungen nötig |
| Report Server (SSRS) | ⚡ Optional | Für Compliance-Reports |
🧠 Wissenstest: Architektur
1. Was ist das "Herzstück" von One Identity Manager?
2. Welche Komponente verbindet One Identity Manager mit Active Directory?
3. Welche Komponente führt Hintergrundprozesse wie Provisioning aus?
Gute Nachricht: Das Homelab ist kostenlos aufbaubar!
VirtualBox, Windows Server Evaluation (180 Tage), SQL Server Developer Edition und der One Identity Manager Virtual Trial sind alle kostenlos verfügbar. Du brauchst keine Lizenz zu kaufen.
🔧 Schritt 1: Virtualisierung
Oracle VirtualBox
Kostenlose Virtualisierungssoftware für Windows, Linux und macOS. Damit erstellst du die VM für deinen One Identity Manager Server.
Version: 7.x (aktuell)
Größe: ca. 100 MB
OS: Windows/Linux/macOS Host
VMware Workstation Player
Kostenlose Alternative zu VirtualBox für Windows und Linux. Etwas bessere Performance, aber weniger Funktionen in der kostenlosen Version.
Version: Workstation Player 17
Größe: ca. 600 MB
OS: Windows/Linux Host
🪟 Schritt 2: Windows Server
Windows Server 2022 Evaluation
Vollständige Windows Server Version, 180 Tage kostenlos nutzbar. Registrierung mit E-Mail-Adresse erforderlich. ISO-Download ca. 5 GB.
Version: Windows Server 2022 Standard
Größe: ca. 5 GB ISO
Lizenz: 180 Tage Evaluation
Windows Server 2019 Evaluation
Ältere Version, ebenfalls 180 Tage kostenlos. Vollständig kompatibel mit One Identity Manager. Gute Alternative wenn 2022 Probleme macht.
Version: Windows Server 2019 Standard
Größe: ca. 4,5 GB ISO
Lizenz: 180 Tage Evaluation
🗄️ Schritt 3: SQL Server
SQL Server 2022 Developer Edition
Vollständige SQL Server Enterprise-Features, kostenlos für Entwicklung und Test. Darf nicht in Produktion eingesetzt werden – perfekt für das Homelab.
Version: SQL Server 2022
Größe: ca. 1,5 GB
Lizenz: Kostenlos für Dev/Test
SQL Server Management Studio (SSMS)
Das grafische Verwaltungstool für SQL Server. Unbedingt installieren – damit prüfst du die Datenbank, führst Abfragen aus und löst Probleme.
Version: SSMS 20.x (aktuell)
Größe: ca. 700 MB
Lizenz: Kostenlos
🔐 Schritt 4: One Identity Manager
One Identity Manager Virtual Trial
Cloud-gehostete Trial-Umgebung. Sofort verfügbar nach Registrierung mit Business-E-Mail. Ideal zum ersten Kennenlernen der Oberfläche, bevor du das Homelab aufbaust.
Typ: Cloud-hosted (kein eigenes Setup)
Dauer: Begrenzt (meist 30 Tage)
Anforderung: Business-E-Mail
One Identity Manager On-Premise
Vollständige Installationsdateien für das eigene Homelab. Zugang über das One Identity Support-Portal. Benötigt einen Support-Account (kostenlos registrierbar).
Version: 9.2 oder 10.0 LTS
Größe: mehrere GB
Zugang: Support-Portal Account
Wichtiger Hinweis zum One Identity Manager Download
Die On-Premise Installationsdateien sind nur für Kunden mit aktivem Wartungsvertrag frei zugänglich. Für das Homelab empfiehlt sich daher: (1) Zuerst den Virtual Trial nutzen, (2) Über One Identity Partner-Netzwerk oder Community Zugang anfragen, (3) Bei Bedarf eine günstige NFR-Lizenz über einen Partner besorgen. Alternativ: Den Virtual Trial intensiv nutzen und alles dokumentieren.
📋 Download-Checkliste
- VirtualBox 7.x heruntergeladen und installiert
- Windows Server 2022 ISO heruntergeladen (ca. 5 GB)
- SQL Server 2022 Developer Edition heruntergeladen
- SQL Server Management Studio (SSMS) heruntergeladen
- One Identity Manager Virtual Trial registriert
- One Identity Support-Portal Account erstellt
💾 Speicherplatz-Planung
| Komponente | Download-Größe | Installierte Größe |
|---|---|---|
| VirtualBox | ~100 MB | ~500 MB |
| Windows Server 2022 ISO | ~5 GB | ~20 GB (VM) |
| SQL Server 2022 Developer | ~1,5 GB | ~5 GB |
| SSMS | ~700 MB | ~2 GB |
| One Identity Manager | ~3–5 GB | ~10 GB |
| Gesamt (VM + Daten) | ~10 GB | ~60–80 GB |
Empfehlung
Reserviere mindestens 100 GB freien Speicherplatz für die VM. Dynamisch wachsende VirtualBox-Festplatten starten klein und wachsen nach Bedarf.
Voraussetzung: Dein Host-System
Dein PC/Laptop benötigt mindestens: 16 GB RAM (empfohlen: 32 GB), 200 GB freier Festplattenspeicher (SSD empfohlen), Windows 10/11 oder Linux als Host-Betriebssystem, aktivierte Virtualisierung im BIOS (Intel VT-x oder AMD-V).
⚙️ Schritt 1: VirtualBox installieren
1.1 VirtualBox herunterladen
Gehe auf virtualbox.org → Downloads → "Windows hosts" (oder dein Betriebssystem). Lade auch das "VirtualBox Extension Pack" herunter (gleiche Version!).
1.2 Installation starten
Führe den Installer als Administrator aus. Alle Standardeinstellungen belassen. Bei der Frage nach Netzwerk-Adaptern: Ja klicken (kurze Internetunterbrechung).
1.3 Extension Pack installieren
In VirtualBox: Datei → Einstellungen → Erweiterungen → + → Extension Pack .vbox-extpack auswählen → Installieren. Das Extension Pack aktiviert USB 2.0/3.0 und andere Features.
1.4 Virtualisierung prüfen
Falls VirtualBox eine Warnung zur Virtualisierung zeigt: BIOS/UEFI aufrufen (beim Start F2/Del/F10 drücken) → "Intel VT-x" oder "AMD-V" aktivieren → Speichern und neu starten.
🖥️ Schritt 2: Windows Server VM erstellen
2.1 Neue VM anlegen
VirtualBox öffnen → "Neu" klicken → Name: "OIM-Server" → Typ: Microsoft Windows → Version: Windows 2022 (64-bit) → Weiter
2.2 RAM zuweisen
Minimum: 8 GB RAM (8192 MB) – empfohlen: 12–16 GB wenn dein Host-System es erlaubt. One Identity Manager Service + SQL Server brauchen viel Speicher.
2.3 Festplatte erstellen
Neue virtuelle Festplatte erstellen → VDI (VirtualBox Disk Image) → Dynamisch alloziert → Größe: 100 GB → Erstellen. Speicherort auf einer SSD wählen für bessere Performance.
2.4 VM-Einstellungen optimieren
VM auswählen → Einstellungen → System → Prozessor: 4 CPUs zuweisen → Anzeige → Grafikspeicher: 128 MB → Netzwerk: Adapter 1 = NAT (für Internet), Adapter 2 = Host-only (für Zugriff vom Host)
2.5 Windows Server ISO einlegen
Einstellungen → Massenspeicher → Controller IDE → CD-Symbol → "Datei für optisches Medium auswählen" → Windows Server 2022 ISO auswählen → OK
🪟 Schritt 3: Windows Server installieren
3.1 VM starten
VM auswählen → Starten. Windows Server Installationsassistent erscheint. Sprache: Deutsch → Weiter → Jetzt installieren
3.2 Edition wählen
Wähle: Windows Server 2022 Standard Evaluation (Desktopdarstellung) – die Version MIT grafischer Oberfläche. Nicht die "Server Core" Version (ohne GUI).
3.3 Installation durchführen
Benutzerdefiniert → Gesamte Festplatte auswählen → Weiter. Installation dauert 15–30 Minuten. VM startet automatisch neu.
3.4 Administrator-Passwort setzen
Nach dem Neustart: Sicheres Passwort für den Administrator setzen. Merke es dir gut! Empfehlung: "P@ssw0rd123!" (nur für Homelab – nie in Produktion!)
3.5 VirtualBox Guest Additions installieren
Im VirtualBox-Menü: Geräte → Gasterweiterungen einlegen → In der VM den Installer ausführen. Danach: bessere Auflösung, Shared Clipboard, bessere Performance.
3.6 Windows Updates installieren
Server-Manager → Lokaler Server → Windows Update → Nach Updates suchen → Alle installieren → Neustart. Wichtig für Sicherheit und Kompatibilität.
3.7 Computernamen setzen
Server-Manager → Lokaler Server → Computername → Ändern → Name: "OIM-SERVER" → OK → Neustart. Ein klarer Name hilft bei der Konfiguration.
Checkpoint: VM bereit
Du hast jetzt eine Windows Server 2022 VM laufen. Mache einen VirtualBox-Snapshot: VM auswählen → Maschine → Snapshot erstellen → Name: "Frische Windows Installation". So kannst du jederzeit zurücksetzen.
🧠 Wissenstest: VM-Setup
1. Wie viel RAM sollte die VM für One Identity Manager mindestens haben?
2. Welche Windows Server Edition sollst du für das Homelab installieren?
3. Warum sollte man nach der Windows-Installation einen VirtualBox-Snapshot erstellen?
⬇️ Schritt 1: SQL Server herunterladen
Lade den SQL Server 2022 Developer Edition Installer auf deinen Host-PC herunter (nicht in die VM). Dann kopiere ihn in die VM (z.B. über Shared Folder in VirtualBox oder per USB).
Tipp: Dateien in die VM kopieren
VirtualBox → Geräte → Gemeinsame Ordner → Ordner hinzufügen → Deinen Download-Ordner auswählen → "Automatisch einbinden" aktivieren. In der VM erscheint der Ordner dann als Netzlaufwerk.
⚙️ Schritt 2: SQL Server installieren
2.1 Installer starten
SQL Server Installer als Administrator ausführen → "Neue eigenständige SQL Server-Installation" wählen → Developer Edition bestätigen → Lizenzbedingungen akzeptieren
2.2 Features auswählen
Mindestens auswählen: Datenbankmoduldienste (Database Engine), Reporting Services – Nativ (für Compliance-Reports), Verwaltungstools. Alles andere optional.
2.3 Instanzname
Standardinstanz (MSSQLSERVER) verwenden. Merke dir den Instanznamen – du brauchst ihn später für die One Identity Manager Konfiguration.
2.4 Authentifizierungsmodus
Wichtig: "Gemischter Modus" wählen (Windows-Authentifizierung UND SQL Server-Authentifizierung). Ein sicheres SA-Passwort setzen: z.B. "P@ssw0rd123!" – merken!
2.5 Datenverzeichnisse
Standard-Pfade belassen oder auf eine separate Partition legen. Für das Homelab sind die Standardpfade (C:\Program Files\Microsoft SQL Server\...) völlig ausreichend.
2.6 Installation abschließen
Installieren klicken. Dauert 10–20 Minuten. Nach Abschluss: Neustart empfohlen.
🛠️ Schritt 3: SQL Server konfigurieren
3.1 SQL Server Configuration Manager öffnen
Start → SQL Server 2022 Configuration Manager → SQL Server-Netzwerkkonfiguration → Protokolle für MSSQLSERVER → TCP/IP aktivieren (Rechtsklick → Aktivieren)
3.2 TCP/IP Port konfigurieren
TCP/IP → Doppelklick → IP-Adressen → IPAll → TCP-Port: 1433 eintragen → OK. SQL Server Dienst neu starten.
3.3 Windows Firewall konfigurieren
Windows Defender Firewall → Eingehende Regeln → Neue Regel → Port → TCP → 1433 → Verbindung zulassen → Alle Profile → Name: "SQL Server 1433"
3.4 SSMS installieren und verbinden
SSMS installieren → Starten → Verbinden mit: Servername = "OIM-SERVER" oder "localhost" → Authentifizierung: SQL Server-Authentifizierung → Benutzername: sa → Passwort: dein SA-Passwort → Verbinden
Test: SQL Server läuft
In SSMS: Neue Abfrage → SELECT @@VERSION → Ausführen. Wenn du die SQL Server Version siehst, läuft alles korrekt. Mache jetzt einen neuen Snapshot: "SQL Server installiert".
👤 Schritt 4: SQL Server Benutzer für One Identity Manager
One Identity Manager benötigt einen dedizierten SQL Server Benutzer. Führe folgendes SQL-Skript in SSMS aus:
Nur für das Homelab!
Sysadmin-Rechte für den OIM-Benutzer sind nur für die Installation und das Homelab akzeptabel. In einer Produktionsumgebung würden granularere Berechtigungen vergeben.
🧠 Wissenstest: SQL Server
1. Welchen Authentifizierungsmodus muss SQL Server für One Identity Manager haben?
2. Welchen Standard-Port verwendet SQL Server?
3. Warum ist SQL Server 2022 Developer Edition für das Homelab geeignet?
Voraussetzungen prüfen
Bevor du anfängst: Windows Server 2022 läuft, SQL Server 2022 Developer ist installiert und konfiguriert, TCP/IP Port 1433 ist offen, der OIMAdmin SQL-Login existiert. Mache jetzt einen Snapshot: "Vor OIM Installation".
📦 Schritt 1: Installationsdateien vorbereiten
Entpacke das One Identity Manager Installationspaket in einen Ordner, z.B. C:\OIM_Install\. Die Struktur sollte folgende Ordner enthalten:
🗄️ Schritt 2: Datenbank installieren (Configuration Wizard)
2.1 Configuration Wizard starten
In C:\OIM_Install\: autorun.exe als Administrator starten → "Configuration Wizard" auswählen
2.2 Neue Datenbank erstellen
"Datenbank erstellen und installieren" → Weiter → Datenbankverbindung: Server = "OIM-SERVER", Authentifizierung = SQL Server, Benutzer = "OIMAdmin", Passwort = dein Passwort → Verbindung testen → Weiter
2.3 Datenbankname
Datenbankname: OneIdentityManager → Weiter. Der Wizard erstellt jetzt die Datenbank und installiert das Schema. Das dauert 15–30 Minuten.
2.4 Module auswählen
Mindestens auswählen: Identity Management Base Module, Active Directory Module, IT Shop Module, Compliance Module. Für das Demo-Szenario reichen diese.
2.5 System-Benutzer konfigurieren
Administrator-Passwort für den OIM-Systembenutzer setzen. Dieses Passwort brauchst du für den ersten Login im Manager.
2.6 Installation abschließen
Installieren → Warten → Fertig. In SSMS prüfen: Die Datenbank "OneIdentityManager" sollte jetzt existieren und viele Tabellen enthalten.
⚙️ Schritt 3: One Identity Manager Service installieren
3.1 Installer starten
autorun.exe → "One Identity Manager Service" → Installieren → Installationspfad: C:\Program Files\One Identity\One Identity Manager\
3.2 Datenbankverbindung konfigurieren
Verbindungsstring eingeben: Server = OIM-SERVER, Datenbank = OneIdentityManager, Benutzer = OIMAdmin, Passwort = dein Passwort → Verbindung testen
3.3 Job Server registrieren
Servername: OIM-SERVER → Als neuen Job Server registrieren → Weiter → Installieren. Der Service wird als Windows-Dienst eingerichtet.
3.4 Dienst prüfen
Windows-Dienste öffnen (services.msc) → "One Identity Manager Service" suchen → Status sollte "Wird ausgeführt" sein. Falls nicht: Rechtsklick → Starten.
🖥️ Schritt 4: Manager (Admin-Client) installieren
4.1 Manager installieren
autorun.exe → "Manager" → Installieren → Standardpfad belassen → Installieren. Der Manager ist die Hauptanwendung für die Konfiguration.
4.2 Erster Login
Manager starten → Verbindungsassistent → Neue Verbindung → Datenbankserver: OIM-SERVER, Datenbank: OneIdentityManager, Benutzer: OIMAdmin → Verbinden → Benutzer: "viadmin" (System-Admin) → Passwort: dein OIM-Admin-Passwort
4.3 Erste Schritte im Manager
Du siehst jetzt die Manager-Oberfläche. Links: Navigationsbaum. Mitte: Arbeitsbereich. Erkunde die Menüpunkte: Identitäten, Organisationen, IT Shop, Compliance.
Meilenstein erreicht!
One Identity Manager läuft! Mache jetzt unbedingt einen Snapshot: "OIM Basisinstallation komplett". Ab hier beginnen die praktischen Übungen.
🌐 Schritt 5: Web Portal installieren (optional aber empfohlen)
5.1 IIS aktivieren
Server-Manager → Rollen und Features hinzufügen → Webserver (IIS) → Alle Standard-Features + ASP.NET 4.8 → Installieren
5.2 Application Server installieren
autorun.exe → "Application Server" → Installieren → Datenbankverbindung konfigurieren → IIS-Website: Port 8182 → Installieren
5.3 Web Portal installieren
autorun.exe → "Web Portal" → Installieren → Application Server URL: http://OIM-SERVER:8182 → IIS-Website: Port 8080 → Installieren
5.4 Web Portal aufrufen
Browser öffnen → http://OIM-SERVER:8080 → Login mit einem OIM-Benutzer. Das Web Portal ist das Self-Service-Portal für Endbenutzer.
🧠 Wissenstest: Installation
1. Was macht der Configuration Wizard bei der OIM-Installation?
2. Welcher Standard-Benutzer wird für den ersten Login im Manager verwendet?
3. Auf welchem Port läuft das Web Portal standardmäßig?
Ziel dieser Übung
Du erstellst die Organisationsstruktur für die fiktive Firma "TechCorp GmbH" mit 5 Abteilungen und 50 Mitarbeitern. Am Ende weißt du, wie Identitäten in One Identity Manager verwaltet werden.
🏢 Szenario: TechCorp GmbH
Unsere fiktive Firma hat folgende Struktur:
| Abteilung | Kürzel | Mitarbeiter | Leiter |
|---|---|---|---|
| Geschäftsführung | GF | 2 | CEO: Hans Müller |
| IT-Abteilung | IT | 12 | CTO: Anna Schmidt |
| Buchhaltung & Finanzen | FIN | 8 | CFO: Peter Weber |
| Vertrieb | VTR | 15 | CSO: Maria Fischer |
| Personal (HR) | HR | 6 | CHRO: Klaus Braun |
| Marketing | MKT | 7 | CMO: Lisa Hoffmann |
| Gesamt | 50 |
🔧 Aufgabe 1.1: Organisationsstruktur anlegen
- Manager öffnen → Im Navigationsbaum: Organisationen → Abteilungen
- Neue Abteilung erstellen: Rechtsklick → Neu → Name: "TechCorp GmbH" (Hauptfirma)
- Unterabteilungen erstellen: Für jede der 6 Abteilungen eine Unterabteilung anlegen
- Für jede Abteilung: Name, Kürzel und Beschreibung eintragen
- Speichern (Strg+S oder Speichern-Button)
🔧 Aufgabe 1.2: Erste 5 Mitarbeiter manuell anlegen
- Navigationsbaum: Identitäten → Mitarbeiter
- Neu → Formular ausfüllen:
- Nachname: Müller | Vorname: Hans | Personalnummer: TC001
- Abteilung: Geschäftsführung | Position: CEO | E-Mail: [email protected]
- Speichern → Weitere 4 Mitarbeiter nach gleichem Muster anlegen
⚡ Schritt 3: Bulk-Import mit CSV (für alle 50 Mitarbeiter)
50 Mitarbeiter manuell anlegen würde zu lange dauern. One Identity Manager unterstützt den Import über CSV-Dateien. Erstelle eine CSV-Datei mit folgendem Format:
CSV-Import in One Identity Manager
Manager → Extras → Import → CSV-Datei → Spalten zuordnen → Importieren. Alternativ: Synchronization Editor mit CSV-Connector nutzen (fortgeschrittener, aber realistischer für Produktion).
🔧 Aufgabe 1.3: Mitarbeiter prüfen und erkunden
- Navigationsbaum: Identitäten → Mitarbeiter → Liste aller Mitarbeiter anzeigen
- Einen Mitarbeiter anklicken → Alle Reiter erkunden: Stammdaten, Zuweisungen, Rollen, Zugriffsanfragen
- Filter ausprobieren: Nach Abteilung filtern → Nur IT-Mitarbeiter anzeigen
- Suche nutzen: Mitarbeiter nach Name suchen
- Frage zum Nachdenken: Was passiert, wenn ein Mitarbeiter die Abteilung wechselt? Welche Rechte ändern sich?
Portfolio-Tipp: Screenshot machen!
Mache jetzt einen Screenshot der Mitarbeiterliste mit allen 50 Mitarbeitern. Das ist dein erster Portfolio-Beweis. Beschrifte ihn: "TechCorp GmbH – 50 Identitäten in One Identity Manager".
🧠 Wissenstest: Übung 1
1. Wo legt man Abteilungen in One Identity Manager an?
2. Was ist der effizienteste Weg, 50 Mitarbeiter in One Identity Manager anzulegen?
Ziel dieser Übung
Du erstellst ein Rollenmodell für TechCorp GmbH. Jede Rolle bündelt Berechtigungen für eine bestimmte Funktion. Mitarbeiter bekommen Rollen zugewiesen – nicht einzelne Rechte.
📋 Das Rollenmodell für TechCorp GmbH
| Rolle | Zielgruppe | Berechtigungen (Beispiele) |
|---|---|---|
| Basis-Mitarbeiter | Alle Mitarbeiter | E-Mail, Intranet, Office 365 |
| IT-Administrator | IT-Abteilung | AD-Admin, Server-Zugriff, Monitoring |
| Buchhalter | Finanzen | SAP FI, Reporting, Bankzugang |
| Vertriebsmitarbeiter | Vertrieb | CRM, Angebotssystem, Kundendaten |
| HR-Manager | Personal | HR-System, Gehaltsabrechnung, Personaldaten |
| Manager | Alle Führungskräfte | Genehmigungsworkflows, Berichte, Teamdaten |
🔧 Aufgabe 2.1: Business-Rollen erstellen
- Manager → Navigationsbaum: Rollen → Business-Rollen
- Neue Rollenklasse erstellen: "TechCorp Funktionsrollen"
- Für jede der 6 Rollen: Neu → Name eingeben → Beschreibung → Speichern
- Hierarchie aufbauen: "Basis-Mitarbeiter" als übergeordnete Rolle für alle anderen setzen
- Vererbung prüfen: Was erbt ein IT-Administrator von der Basis-Mitarbeiter-Rolle?
🔧 Aufgabe 2.2: Rollen Mitarbeitern zuweisen
- Mitarbeiter "Anna Schmidt" (CTO) öffnen → Reiter "Rollen"
- Zuweisen → "IT-Administrator" auswählen → Speichern
- Auch "Manager"-Rolle zuweisen (sie ist Führungskraft)
- Prüfen: Welche Berechtigungen hat Anna Schmidt jetzt insgesamt?
- Dasselbe für 5 weitere Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen wiederholen
🔍 Konzept: Rollenvererbung verstehen
One Identity Manager unterstützt Rollenvererbung. Wenn eine Rolle "IT-Administrator" die Rolle "Basis-Mitarbeiter" als übergeordnete Rolle hat, erbt jeder IT-Administrator automatisch alle Basis-Berechtigungen.
🔧 Aufgabe 2.3: SoD-Regel (Aufgabentrennung) erstellen
- Manager → Compliance → Compliance-Regeln
- Neue Regel: "Buchhalter darf nicht gleichzeitig Zahlungsfreigabe haben"
- Regeltyp: "Rollenkonflikt" → Rolle 1: Buchhalter → Rolle 2: Zahlungsfreigabe
- Schweregrad: Kritisch → Speichern
- Test: Einem Mitarbeiter beide Rollen zuweisen → Prüfen ob Warnung erscheint
Portfolio-Tipp
Screenshot der Rollenstruktur mit Vererbungshierarchie + Screenshot der SoD-Regel. Beschriftung: "Rollenmodell mit Segregation of Duties für TechCorp GmbH".
🧠 Wissenstest: Rollen & Rechte
1. Was ist der Vorteil von Rollenvererbung?
2. Was ist eine SoD-Regel (Segregation of Duties)?
Ziel dieser Übung
Du konfigurierst den IT Shop – das Self-Service-Portal, über das Mitarbeiter Zugriffsrechte beantragen können. Du erstellst einen Genehmigungsworkflow und testest eine Zugriffsanfrage.
🛒 Was ist der IT Shop?
Der IT Shop ist One Identity Managers Self-Service-Portal. Mitarbeiter können dort Zugriffsrechte wie in einem Online-Shop "bestellen". Vorgesetzte genehmigen oder lehnen ab. Alles wird automatisch protokolliert.
| Komponente | Beschreibung |
|---|---|
| Servicekatalog | Liste aller beantragbaren Zugriffsrechte und Ressourcen |
| Serviceelemente | Einzelne beantragbare Elemente (z.B. "SAP FI Zugriff") |
| Genehmigungsworkflow | Wer muss genehmigen? In welcher Reihenfolge? |
| Warenkorb | Mitarbeiter sammeln Anfragen und senden sie ab |
| Genehmigungsprotokoll | Vollständige Audit-Trail aller Entscheidungen |
🔧 Aufgabe 3.1: Servicekatalog erstellen
- Manager → IT Shop → Servicekatalog
- Neuen Katalog erstellen: Name: "TechCorp IT-Ressourcen"
- Serviceelement hinzufügen: "SAP FI Lesezugriff"
- Beschreibung: "Lesezugriff auf SAP Finanzbuchhaltung"
- Gültigkeitsdauer: 365 Tage
- Genehmigungsworkflow: Vorgesetzter + IT-Abteilung
- Weiteres Serviceelement: "VPN-Zugang Home Office"
- Weiteres Serviceelement: "SharePoint Marketing-Bereich"
🔧 Aufgabe 3.2: Genehmigungsworkflow konfigurieren
- Manager → IT Shop → Genehmigungsworkflows
- Neuen Workflow: "Standard-Genehmigung (Vorgesetzter)"
- Stufe 1: Direkter Vorgesetzter muss genehmigen (Timeout: 5 Tage)
- Stufe 2: IT-Abteilung muss genehmigen (Timeout: 3 Tage)
- Bei Ablauf: Automatische Eskalation an nächste Ebene
- Workflow dem Serviceelement "SAP FI Lesezugriff" zuweisen
🔧 Aufgabe 3.3: Zugriffsanfrage testen (Web Portal)
- Web Portal öffnen: http://OIM-SERVER:8080
- Als Mitarbeiter "Thomas Becker" (IT-Abteilung) einloggen
- IT Shop → Servicekatalog → "SAP FI Lesezugriff" in den Warenkorb legen
- Begründung eingeben: "Benötige Lesezugriff für Projektabrechnung"
- Anfrage absenden
- Als Vorgesetzter "Anna Schmidt" einloggen → Genehmigungen → Anfrage genehmigen
- Prüfen: Hat Thomas Becker jetzt die Berechtigung?
Portfolio-Tipp
Screenshots: (1) Servicekatalog mit Elementen, (2) Genehmigungsworkflow-Konfiguration, (3) Laufende Zugriffsanfrage im Web Portal, (4) Genehmigungsansicht. Das zeigt den kompletten Self-Service-Prozess.
🧠 Wissenstest: IT Shop
1. Was ist der Hauptzweck des IT Shops in One Identity Manager?
2. Was passiert, wenn ein Genehmiger nicht innerhalb des Timeouts reagiert?
Ziel dieser Übung
Du erstellst Compliance-Reports, die zeigen wer Zugriff auf was hat, und richtest eine Rezertifizierungskampagne ein. Das sind die Reports, die Auditoren und Compliance-Beauftragte brauchen.
📊 Wichtige Compliance-Reports
| Report-Typ | Inhalt | Zielgruppe |
|---|---|---|
| Zugriffsmatrix | Wer hat Zugriff auf welche Systeme | IT-Sicherheit, Auditoren |
| Rollenübersicht | Welche Rollen existieren, wer hat sie | IAM-Team, Management |
| SoD-Verletzungen | Mitarbeiter mit konfliktierenden Rechten | Compliance, Revision |
| Orphaned Accounts | Konten ohne zugeordneten Mitarbeiter | IT-Sicherheit |
| Genehmigungsprotokoll | Alle Genehmigungen/Ablehnungen | Auditoren |
| Rezertifizierungsbericht | Ergebnisse der Zugriffsüberprüfung | Management, Auditoren |
🔧 Aufgabe 4.1: Zugriffsmatrix-Report erstellen
- Manager → Berichte → Neuer Bericht
- Berichtstyp: "Zugriffsmatrix – Mitarbeiter und Rollen"
- Filter: Alle Mitarbeiter der TechCorp GmbH
- Spalten: Mitarbeitername, Abteilung, Zugewiesene Rollen, Letzte Änderung
- Bericht ausführen → Als PDF exportieren
- Prüfen: Siehst du alle 50 Mitarbeiter mit ihren Rollen?
🔧 Aufgabe 4.2: SoD-Verletzungen prüfen
- Manager → Compliance → Compliance-Regeln → Regelprüfung starten
- Alle Regeln auswählen → Prüfung starten
- Ergebnis: Welche Mitarbeiter verletzen welche Regeln?
- Bericht exportieren: "SoD-Verletzungen TechCorp GmbH – [Datum]"
- Für jede Verletzung: Ausnahme beantragen oder Rolle entziehen
🔧 Aufgabe 4.3: Rezertifizierungskampagne starten
- Manager → Compliance → Attestierungskampagnen → Neu
- Name: "Jährliche Zugriffsüberprüfung 2025 – TechCorp"
- Typ: "Rollenbasierte Attestierung"
- Attestierer: Direkte Vorgesetzte
- Frist: 30 Tage
- Kampagne starten → Benachrichtigungen werden automatisch verschickt
- Als Vorgesetzter im Web Portal: Zugriffsrechte bestätigen oder entziehen
Portfolio-Tipp
Exportiere den Zugriffsmatrix-Report als PDF und den SoD-Bericht. Diese Dokumente zeigen, dass du Compliance-Prozesse verstehst und umsetzen kannst. Ideal für den Blogpost.
🧠 Wissenstest: Compliance
1. Was zeigt eine Zugriffsmatrix?
2. Was ist der Zweck einer Rezertifizierungskampagne?
Ziel dieser Übung
Du bindest ein Active Directory an One Identity Manager an. Wenn ein Mitarbeiter angelegt wird, wird automatisch ein AD-Konto erstellt. Das ist das Herzstück von Identity Lifecycle Management.
🏗️ Voraussetzung: Active Directory einrichten
Für diese Übung brauchst du eine zweite VM mit Active Directory, oder du installierst AD auf dem OIM-Server selbst (für das Homelab akzeptabel).
🔧 AD-Domäne auf dem OIM-Server einrichten (Homelab)
- Server-Manager → Rollen hinzufügen → Active Directory Domain Services
- Nach Installation: Server zu Domain Controller hochstufen
- Neue Gesamtstruktur: Stammdom äne: "techcorp.local"
- NetBIOS-Name: TECHCORP
- Funktionsebene: Windows Server 2016
- DNS-Server: Ja (automatisch)
- Installation abschließen → Neustart
🔄 Active Directory mit One Identity Manager verbinden
Schritt 1: Synchronization Editor öffnen
Manager → Extras → Synchronization Editor starten. Oder direkt: Start → One Identity Manager → Synchronization Editor
Schritt 2: Neues Synchronisationsprojekt
Neues Projekt → Connector: "Active Directory" → Weiter → Verbindungsname: "TechCorp AD Sync"
Schritt 3: AD-Verbindung konfigurieren
Domain: techcorp.local → Benutzer: Administrator → Passwort → Verbindung testen → Weiter. OIM verbindet sich jetzt mit dem AD und liest die Struktur aus.
Schritt 4: Synchronisationsregeln definieren
Mapping: OIM-Mitarbeiter → AD-Benutzer. Felder zuordnen: Vorname → GivenName, Nachname → Surname, E-Mail → mail, Abteilung → Department. Speichern.
Schritt 5: Erste Synchronisation starten
Synchronisation → Jetzt ausführen → Vollständige Synchronisation. OIM liest alle AD-Objekte ein und gleicht sie mit den Mitarbeitern ab.
🔧 Aufgabe 5.1: Provisioning testen
- Neuen Mitarbeiter in OIM anlegen: "Max Testmann", Abteilung: IT
- Dem Mitarbeiter die Rolle "Basis-Mitarbeiter" zuweisen
- Speichern → Warten (1–2 Minuten für den Job Server)
- In Active Directory Users and Computers prüfen: Wurde ein AD-Konto für Max Testmann erstellt?
- In SSMS prüfen: SELECT * FROM ADSAccount WHERE DisplayName LIKE '%Testmann%'
🔧 Aufgabe 5.2: Deprovisioning testen
- Mitarbeiter "Max Testmann" im OIM-Manager öffnen
- Status auf "Ausgetreten" setzen → Austrittsdatum: heute
- Speichern → Warten (1–2 Minuten)
- In AD prüfen: Wurde das Konto deaktiviert?
- Nach 30 Tagen (simuliert): Konto wird gelöscht
Portfolio-Tipp: Das ist der Highlight!
Screenshots: (1) Synchronization Editor mit AD-Verbindung, (2) Neuer Mitarbeiter in OIM, (3) Automatisch erstelltes AD-Konto. Das zeigt automatisches Provisioning – das ist der Kern von IGA!
🧠 Wissenstest: AD-Anbindung
1. Welches Tool in One Identity Manager wird für die AD-Anbindung verwendet?
2. Was passiert beim "Deprovisioning" eines ausgetretenen Mitarbeiters?
🗺️ Das Demo-Szenario: TechCorp GmbH
Du baust ein vollständiges Identity Governance System für eine fiktive Firma mit 50 Mitarbeitern auf. Das Szenario deckt alle wichtigen IGA-Prozesse ab und ist ideal als Portfolio-Beweis.
| # | Übung | Was du lernst | Zeit | Portfolio-Wert |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Erste Benutzer anlegen | Organisationsstruktur, Identitätsverwaltung, CSV-Import | 3–4 Std. | ⭐⭐⭐ |
| 2 | Rollen & Rechte | Rollenmodell, Vererbung, SoD-Regeln | 4–5 Std. | ⭐⭐⭐⭐ |
| 3 | IT Shop / Zugriffsanfragen | Self-Service, Genehmigungsworkflows, Web Portal | 4–5 Std. | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| 4 | Compliance-Reports | Zugriffsmatrix, SoD-Prüfung, Rezertifizierung | 3–4 Std. | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| 5 | AD-Anbindung | Synchronization Editor, Auto-Provisioning, Deprovisioning | 5–6 Std. | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
🏆 5 Konsolidierungsprojekte (nach den Übungen)
Wenn du alle 5 Übungen abgeschlossen hast, kannst du dein Wissen mit diesen Projekten vertiefen:
HR-System-Simulation
Simuliere ein HR-System mit einer CSV-Datei. Wenn ein Mitarbeiter in der CSV erscheint, wird automatisch ein OIM-Konto + AD-Konto erstellt. Joiner-Prozess vollständig automatisiert.
Self-Service Passwort-Reset
Konfiguriere den Self-Service Passwort-Reset im Web Portal. Mitarbeiter können ihr AD-Passwort selbst zurücksetzen. Zeigt praktischen Nutzen für Endbenutzer.
Automatische Benachrichtigungen
Konfiguriere E-Mail-Benachrichtigungen für alle wichtigen Ereignisse: neue Zugriffsanfragen, Genehmigungen, SoD-Verletzungen, Rezertifizierungserinnerungen.
Erweitertes Rollenmodell
Erweitere das Rollenmodell um IT-Ressourcen: Exchange-Postfächer, SharePoint-Sites, VPN-Gruppen. Zeigt die Tiefe des OIM-Rollenmodells.
Compliance-Dashboard
Erstelle ein Management-Dashboard mit den wichtigsten KPIs: Anzahl offener Zugriffsanfragen, SoD-Verletzungen, ausstehende Rezertifizierungen. Ideal für den Blogpost.
🎯 Dein Ziel: Der Blogpost
Ein öffentlicher, technischer Blogpost auf Dev.to oder Medium ist dein stärkster Portfolio-Beweis. Recruiter googeln deinen Namen – und finden dann deinen Artikel über One Identity Manager.
📝 Blogpost-Struktur: "How I set up Identity Governance with One Identity Manager"
Abschnitt 1: Einleitung (ca. 200 Wörter)
Warum hast du das gemacht? Was ist das Ziel? Kurze Beschreibung des Demo-Szenarios (TechCorp GmbH, 50 User). Wer sollte diesen Artikel lesen?
Abschnitt 2: Architektur & Setup (ca. 400 Wörter)
Welche Komponenten hast du installiert? Welche Hardware/VM? Screenshots der Architektur. SQL Server, OIM Service, Manager, Web Portal.
Abschnitt 3: Identity Governance konfigurieren (ca. 600 Wörter)
Das Rollenmodell, die Organisationsstruktur, die 50 Mitarbeiter. Screenshots des Managers. Erklärung der Rollenvererbung und SoD-Regeln.
Abschnitt 4: Self-Service & Workflows (ca. 400 Wörter)
IT Shop Demo: Zugriffsanfrage → Genehmigung → Provisioning. Screenshots des Web Portals. Genehmigungsworkflow-Konfiguration.
Abschnitt 5: AD-Anbindung & Auto-Provisioning (ca. 400 Wörter)
Synchronization Editor Setup. Neuer Mitarbeiter → automatisch AD-Konto. Screenshots des Prozesses. Das ist der technische Highlight.
Abschnitt 6: Compliance-Reports (ca. 300 Wörter)
Zugriffsmatrix, SoD-Prüfung, Rezertifizierungskampagne. Warum das für Unternehmen wichtig ist (DSGVO, SOX, ISO 27001).
Abschnitt 7: Lessons Learned & Fazit (ca. 200 Wörter)
Was war schwierig? Was hast du gelernt? Was würdest du anders machen? Empfehlungen für andere, die das nachbauen wollen.
📸 Screenshot-Checkliste für den Blogpost
- VirtualBox mit laufender OIM-VM
- One Identity Manager Manager – Startbildschirm
- Mitarbeiterliste mit allen 50 TechCorp-Mitarbeitern
- Rollenstruktur mit Vererbungshierarchie
- SoD-Regel-Konfiguration
- IT Shop Servicekatalog
- Laufende Zugriffsanfrage im Web Portal
- Genehmigungsansicht im Web Portal
- Synchronization Editor – AD-Verbindung
- AD-Konto das automatisch erstellt wurde
- Zugriffsmatrix-Report (PDF)
- Rezertifizierungskampagne
🌐 Wo veröffentlichen?
Dev.to
Technische Community, ideal für IT-Themen. Gute SEO, wird von Recruitern gefunden. Markdown-basiert, einfach zu schreiben.
🔗 Dev.to öffnenMedium
Größere Reichweite, professionelles Erscheinungsbild. Gut für längere Artikel. Wird von Hiring Managern gelesen.
🔗 Medium öffnenLinkedIn Artikel
Direkter Kontakt zu Recruitern und Hiring Managern. Artikel erscheinen in deinem Profil und werden im Feed geteilt.
🔗 LinkedIn öffnen💼 Wie du den Blogpost im Vorstellungsgespräch nutzt
Gesprächsstrategie
Wenn der Interviewer fragt "Haben Sie Erfahrung mit One Identity Manager?" – antworte: "Ja, ich habe in meinem Homelab ein vollständiges Identity Governance System für eine fiktive Firma mit 50 Benutzern aufgebaut. Ich habe das dokumentiert – hier ist der Link zu meinem Artikel." Dann zeigst du den Blogpost auf deinem Handy oder Laptop.
| Frage des Interviewers | Deine Antwort (mit Homelab-Beweis) |
|---|---|
| "Haben Sie OIM-Erfahrung?" | "Ja, ich habe ein Homelab mit OIM 9.x aufgebaut – hier mein Blogpost mit Screenshots" |
| "Kennen Sie den Synchronization Editor?" | "Ja, ich habe damit AD angebunden und Auto-Provisioning konfiguriert – Abschnitt 5 in meinem Artikel" |
| "Was ist ein Genehmigungsworkflow?" | "Ich habe einen 2-stufigen Workflow konfiguriert – Vorgesetzter + IT – mit automatischer Eskalation" |
| "Kennen Sie Compliance-Reports?" | "Ja, ich habe Zugriffsmatrix, SoD-Prüfung und Rezertifizierungskampagnen konfiguriert" |
🔗 GitHub Repository erstellen
Zusätzlich zum Blogpost: Erstelle ein GitHub-Repository mit deiner Dokumentation, Konfigurationsdateien und SQL-Skripten. Das zeigt technische Reife.
🔧 Repository-Struktur
📚 Offizielle One Identity Ressourcen
| Ressource | Link | Beschreibung |
|---|---|---|
| Offizielle Dokumentation | docs.oneidentity.com | Vollständige technische Dokumentation aller Produkte |
| Support-Portal | support.oneidentity.com | Downloads, Knowledge Base, Tickets |
| Community-Forum | Community Forum | Fragen stellen, Erfahrungen teilen |
| Virtual Trial | Trial starten | Cloud-gehostete Demo-Umgebung |
| One Identity University | OI University | Offizielle Schulungen und Zertifizierungen |
| YouTube-Kanal | YouTube | Video-Tutorials und Webinare |
🛠️ Tools & Downloads
| Tool | Link | Zweck |
|---|---|---|
| VirtualBox | virtualbox.org | Kostenlose VM-Software |
| Windows Server 2022 Eval | Microsoft Eval Center | 180 Tage kostenlos |
| SQL Server 2022 Developer | Microsoft SQL Downloads | Kostenlos für Dev/Test |
| SQL Server Management Studio | aka.ms/ssmsfullsetup | SQL Server GUI-Tool |
| Visual Studio Code | code.visualstudio.com | Für Skripte und Dokumentation |
📖 Weiterführende Lernressourcen
| Ressource | Link | Thema |
|---|---|---|
| OIM Basics Video Series | YouTube | OIM Installation Schritt für Schritt |
| IAM Grundlagen (Gartner) | Gartner Glossar | IAM-Definitionen und Marktübersicht |
| Dev.to – IAM Artikel | dev.to/t/iam | Community-Artikel zu IAM |
| ISO 27001 Überblick | iso.org | Informationssicherheits-Standard |
🔑 Wichtige Begriffe auf Englisch (für internationale Jobs)
| Deutsch | Englisch | Abkürzung |
|---|---|---|
| Identitätsverwaltung | Identity Management | IdM |
| Zugriffssteuerung | Access Management | AM |
| Identitäts-Governance | Identity Governance & Administration | IGA |
| Privilegierter Zugriff | Privileged Access Management | PAM |
| Bereitstellung | Provisioning | – |
| Aufgabentrennung | Segregation of Duties | SoD |
| Rezertifizierung | Access Recertification / Attestation | – |
| Rollenmodell | Role-Based Access Control | RBAC |
| Genehmigungsworkflow | Approval Workflow | – |
| Lebenszyklusverwaltung | Identity Lifecycle Management | ILM |
⚠️ Haftungsausschluss (Disclaimer)
Diese Schulungswebsite wurde zu rein edukativen Zwecken erstellt. Alle Inhalte dienen der Weiterbildung im Bereich Identity & Access Management und sind als praktische Lernhilfe konzipiert.
Wichtige Hinweise
Die in dieser Schulung beschriebenen Konfigurationen und Einstellungen sind ausschließlich für Homelab- und Lernumgebungen gedacht. Sie sind nicht für den Einsatz in Produktionsumgebungen geeignet. Insbesondere vereinfachte Passwörter, Sysadmin-Rechte für Servicekonten und fehlende Netzwerksegmentierung entsprechen nicht den Sicherheitsstandards einer Produktionsumgebung.
Keine Gewähr für Vollständigkeit
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Alle Inhalte basieren auf der offiziellen One Identity Manager Dokumentation (Version 9.2/9.3) sowie praktischen Erfahrungen mit dem Produkt. Die Schulung richtet sich an IT-Fachleute, die praktische Erfahrung mit One Identity Manager aufbauen möchten.
Version
Stand: März 2026 | Bezieht sich auf One Identity Manager 9.2/9.3 | Kompatibel mit SQL Server 2019/2022 | Windows Server 2019/2022